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In 3 Schritten zum perfekten Backlog

Ein Software-Produkt mit dem geplanten Budget und in der angesetzten Zeit erfolgreich umzusetzen, ist der Traum eines jeden Projektverantwortlichen. Die Grundlage dazu ist ein fantastisches Backlog. Dieses lässt sich initial in drei einfachen Schritten erstellen.

Sören Liebich
Product Owner
16.4.2020
·
Lesezeit:
8
min

Wir alle haben diesen einen Bekannten, der einen Freund hat, der von einem Verwandten gehört hat, dass es möglich ist ein Software-Produkt „In Scope“, „In Time“, und „In Budget“ umzusetzen. Und dann ist dieses Produkt auch noch erfolgreich! Oder ist das eine urbane Legende, ein Ding der Unmöglichkeit? Die Realität ist doch viel mehr, dass Projekte stets teurer werden und länger brauchen als geplant!

Aber muss es ein Mythos so sein? Steckt in dieser urbanen Legende nicht vielleicht doch ein Stück Wahrheit? 

Bei tresmo ist dies gelebter Alltag!

Wir nehmen Sie mit auf die Reise, wie Sie zu einem fantastischen Backlog kommen, mit dem Ihr Entwicklungsteam das Produkt umsetzen kann, von dem Sie schon immer geträumt haben.

Was bisher geschah: Vorbereitungen

Alle Vorbereitungen wurden bereits getroffen, um diese spannende Reise zu beginnen. Die Produktidee wurde solange geknetet und validiert, bis alle begeistert waren. Der Anwender kann gar nicht erwarten, wann Ihr Produkt endlich zum Testen bereit steht. Und Sie wissen genau, welche Anwendungsfälle Sie haben wollen. 

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, diese ersten Erfolge mit allen Beteiligten zu feiern. So eine Feier ist auch die ideale Gelegenheit, alle auf die bevorstehende Reise einzustimmen. Erzählen und begeistern Sie von dem Schatz, den Sie finden wollen, und sammeln Sie dadurch die Abenteuergruppe hinter sich.

Um die Reise möglichst anschaulich darzustellen, nehmen wir an, dass die perfekte Idee zur Ergänzung des Produktportfolios eine Möglichkeit ist, die Produkte aus der Ferne steuern und überwachen zu können. Durch User Research konnte diese These ebenfalls bestätigt werden. Die beiden daraus abgeleiteten und priorisierten Anwendungsfälle lauten 

  1. Fernüberwachung: Als Anwender will ich das Produkt aus der Ferne überwachen, damit ich jederzeit den aktuellen Status sehe, ohne zum Produkt fahren zu müssen.
    und 
  2. Fernsteuerung: Als Anwender will ich das Produkt aus der Ferne steuern, damit ich nicht für jede Änderung zum Produkt fahren muss.

Für den weiteren Verlauf dieses Artikels fokussieren wir uns auf den ersten Anwendungsfall Fernüberwachung.

Die Schatzkarte ist gezeichnet

In der Vorbereitung auf die Reise haben wir das Kreuz auf der Schatzkarte gesetzt und wissen, wo das Ziel ist. Wie wir dahin gelangen, sehen wir aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Die Karte enthält noch viele weiße Flecke, die erst noch von uns erkundet werden müssen.

Zur Lichtung des Nebels definieren wir 

  1. grundsätzliche Schritte, die der Anwender in der Anwendung durchführt, 
  2. detaillieren im Anschluss jeden dieser Schritte in Unteraufgaben und 
  3. bündeln eine erste testbare Version. 

Episode 1: Die Wegmarker setzen

Ein Anwendungsfall ist in der Regel zu groß, um ihn gut und zielgerichtet umsetzen zu können. Zu viele kleine Weggabelungen liegen auf dem Weg. Diese führen im schlimmsten Fall meilenweit am Ziel vorbei. Dies gilt es natürlich zu vermeiden! Umsetzungsteams benötigen eine klare Richtung, in die sie laufen sollen. Der erste Schritt dafür ist die Definition von Wegmarkern. Diese sind grundsätzliche Schritte, die ein Anwender durchläuft, um einen Anwendungsfall erfolgreich abzuschließen. Andere Begriffe dafür sind u.a. User Steps oder User Tasks.

Um den aktuellen Status aus der Ferne einsehen zu können, haben wir drei grundsätzliche Schritte identifiziert. Diese muss der Anwender nacheinander ausführen, um den Anwendungsfall erfolgreich abschließen zu können. Im Einzelnen handelt es sich um die folgenden Schritte:

  1. Anwendung öffnen: Die Anwendung muss zuerst geöffnet werden, um weitere Aktionen vornehmen zu können.
  2. Produkt auswählen: Die Anwendung kann nicht automatisch wissen, welches Produkt betrachtet werden soll. Daher muss dies durch die Auswahl des Produkts der Anwendung mitgeteilt werden.
  3. Aktuellen Status sehen: Jetzt ist es möglich, einzusehen, wie der Status des Produkts ist. Zum Beispiel lässt sich einsehen, ob das Produkt gerade einwandfrei funktioniert oder ob eine Störmeldung vorliegt.

Am Ende dieser Episode ergeben die Wegmarker folgendes Bild für unseren Anwendungsfall Fernüberwachung:

Episode 2: Die Wegmarker verbinden

Die Wegmarker als Zielorientierung zu haben ist gut. Den Weg von einem Wegmarker zum nächsten zu haben ist besser. „Aber wie finde ich den Weg?“ werden Sie sich vielleicht jetzt fragen. Die Antwort darauf ist das wunderbare Werkzeug Story Mapping.

Story Mapping ist eine Methode, bei der die verschiedenen Interaktionspfade eines Anwenders in zwei Dimensionen beleuchtet werden. Die horizontale Ebene beschreibt die einzelnen grundsätzlichen Schritte und Aufgaben (User Tasks) auf dem Pfad, welcher der Anwender für die Story beschreitet. Die vertikale Ebene eines Schritts – eine Spalte – beleuchtet im Detail, welche einzelne Interaktionen (User Sub Tasks) für den Abschluss eines einzelnen Schritts notwendig sind. Für das Behalten der Übersicht wird für jeden Interaktionspfad eine eigene Story Map genommen.

Mit der in Episode 1 erstellten User Journey für den Anwendungsfall Fernüberwachung haben wir die horizontale Ebene – die User Tasks – als Wegmarker definiert. Für jeden einzelnen User Task identifizieren wir die notwendigen User Sub Tasks. Damit verbinden wir die einzelnen Wegmarker und zeichnen einen konkreten Weg zum Ziel. Natürlich nehmen wir auch hier die Perspektive des Anwenders ein.

Für die einzelne User Tasks konnten folgende User Sub Tasks erarbeitet werden:

1. Anwendung öffnen

2. Produkt auswählen

3. Aktuellen Status sehen

Wie Sie bemerken, kamen bei der tieferen Betrachtung der einzelnen User Tasks neue Aspekte zum Vorschein. Diese wurden bei der Erstellung der User Journey noch nicht betrachtet. Ein gutes Beispiel sind die zahlreichen User Sub Tasks, die benötigt werden um ein Produkt auszuwählen.

Somit erweitert sich das Bild aus Episode 1 wie folgt:

Episode 3: Den Weg zum ersten Marker zeichnen

In der dritten und letzten Episode dieses Artikels definieren wir abschließend das erste Wegstück. Dazu wählen wir eine Teilmenge der definierten User Sub Tasks aus und bündeln diese in einer ersten Version. Dies wird als Wirkungsschnitt bezeichnet, welcher alle User Sub Tasks enthält, um eine gewünschte Wirkung beim Anwender zu erzielen.

In unserem Fall ist dies eine erste Version der Anwendung, die von Anwendern einem ersten Test unterzogen werden kann und uns einige wichtige Fragen beantwortet:

Diese erste Version einer Anwendung kann viele Namen haben: MVP, Version 1, Alpha-Version, Release Candidate, um nur ein paar gängige Begriffe zu nennen. Lassen Sie sich von dieser Vielzahl unterschiedlicher Fachbegriffe aber nicht abschrecken. Das wirklich Wichtige ist, dass diese Version vom Anwender getestet werden kann. Eine Anwendung, die die Bedürfnisse und Wünsche des Anwenders trifft, hat automatisch eine sehr hohe Chance, erfolgreich zu werden.

Der erste Wirkungsschnitt unserer Anwendung beinhaltet alle User Sub Tasks, die als Basisfunktionalitäten notwendig sind, um eine erste lauffähige Anwendung erhalten zu können.

Dies sind im Einzelnen:

Somit sieht die Schatzkarte final wie folgt aus:


Sie sehen, dass die übrigen User Sub Tasks nicht verloren sind, sondern nachhaltig im Backlog – eine Sammlung aller potenziell umzusetzender User Sub Tasks – gesammelt sind. Das Backlog kann im Verlaufe der Reise jederzeit verändert werden. Neue Anforderungen können eingefügt werden. Ebenso können nicht mehr benötigte Anforderungen wieder entfernt werden.

Das nächste Mal: Die Reise beginnt

Mit Abschluss der dritten Episode, haben wir nur alles, um mit unserer Abenteuergruppe die große Schatzsuche nach dem idealen Produkt zu beginnen. Wir haben das zu erreichende Ziel, eine Abenteuergruppe und eine Schatzkarte, die uns den besten Weg zeigt.

Wir haben gemeinsam in Form von User Journeys den Weg beschrieben, die ein Anwender geht, um einen Anwendungsfall zu erfüllen. Diese haben wir mit Hilfe von Story Mapping weiter detailliert. Über Wirkungsschnitte haben wir am Ende die erste Version bestimmt, welche die Anwender testen und uns wertvolles Feedback geben können.

Über diese hier aufgezeigte Methode erreichen Sie schneller mehr.
Sie haben früher ein Produkt, welches den Anwenderbedürfnissen entspricht. Somit hat Ihr Produkt eine höhere Akzeptanz am Markt.
Sie erhalten schneller neue Funktionalitäten für Ihr Produkt. Durch den flexiblen Charakter des Backlogs können Sie in kurzen Abständen die Inhalte bestimmen, die in Ihr Produkt einfließen.
Und Sie sparen Kosten. Durch das frühe Anwenderfeedback können Sie schnell gegensteuern und verbrennen nicht unnötig Geld für Funktionalitäten, die niemand nutzt.

Inhalt zum Mitnehmen

Zusammenfassend wird durch eine sehr starke Nutzerzentrierung, als auch den Fokus auf die wirklichen Mehrwerte, am Ende des Projekts einen Zustand erreicht, der in time und in Budget den Nutzer und Kunden zufrieden stellt. Womit genau, ist sicherlich anders, als man am Anfang dachte. Aber definitiv besser, als man zum Projektbeginn erwartete, weil man an viele Details nicht gedacht hat und das Testen mit dem User viele neue Erkenntnisse bringt, was wirklich wichtig ist.

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Sören Liebich
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