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Industrie 5.0 - Was kommt eigentlich nach der vernetzten Produktion?

Vor dem Hintergrund der Industrie 4.0 befassen sich Unternehmen seit einigen Jahren mit den Potentialen einer vernetzten Produktionslandschaft. Nun ist es an der Zeit sich mit der Frage zu beschäftigen: was kommt danach? Wissenschaftler sehen einen Paradigmenwechsel von einer smarten Produktion hin zum smarten Konsum. In diesem Artikel zeigen wir auf, was sich dahinter verbirgt und welche weitreichenden Möglichkeiten sich unserem Wirtschaftsraum bieten.

Dr. Sebastian Heger
Solution Specialist
25.10.2021
·
Lesezeit:
5
min

Das Schlagwort “Industrie 4.0” wurde über die letzten Jahre viel und ausführlich diskutiert. Dahinter verbirgt sich die digitale Vernetzung von Produktions- und Wertschöpfungsprozessen in Unternehmen sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Man spricht von horizontaler und vertikaler Integration, digitalen Zwillingen und vorausschauender Wartung. Doch was kommt danach. Gibt es so etwas wie die fünfte industrielle Revolution? Also eine Industrie 5.0?

Ein neues Verständnis von Konsum

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Queensland University of Technology in Brisbane (Australien) verstehen unter dem Begriff einen Paradigmenwechsel von smarten Produktionsprozessen hin zu einem innovativen Verständnis von Konsum (Quellen: Kowalkiewicz et al. 2017; Rosemann et al. 2021). Beispielsweise können mit Hilfe von IoT-, Cloud- und App-Technologien Produkte und Dienstleistungen hochgradig individualisiert werden. Traditionell denkt man dabei an Produkte, welche sich vor und während der Produktion den Bedürfnissen und Wünschen ihrer Käufer anpassen lassen. Etwa bei der Konfiguration eines Neuwagens bietet BMW für 22 Modelle ca. 1295 Varianten und unzählige Ausstattungsmerkmale, um jeden möglichen Kundenwunsch zu erfüllen (Quelle: meinauto.de). Ansätze der Industrie 4.0 haben diese Art der Individualisierung perfektioniert. Doch am Ausgang der Werkshalle enden die Einflussmöglichkeiten. Neue Funktionalitäten und Mehrwerte können nicht mehr in das Produkt eingebracht werden. 

Heutzutage bringen die Möglichkeiten vernetzter Produkte einen entscheidenden Vorteil mit sich. Beispielsweise erhält immer mehr Rechenleistung, Software und Konnektivität Einzug in Neuwagen und erlaubt diesen während der Produktnutzungsphase neue Fähigkeiten zu erlangen. Tesla macht das der kompletten Automobilbranche vor. Mittels Over-the-Air-Updates werden über Nacht neue Funktionalitäten in der Flotte ausgerollt. Hochgradig digitale Komponenten, wie beispielsweise der Autopilot, können so ständig weiterentwickelt werden. Und auch das Nutzungserlebnis – die sogenannte User Experience – kann laufend verbessert werden. 

Die Individualisierung und Weiterentwicklung während der Produktnutzung kann als Industrie 5.0 verstanden werden. Ein Trend, der als Gegenbewegung zur Industrie 4.0 interpretiert werden kann und weiter zunehmen wird. Völlig neue Möglichkeiten entstehen. Digitaler Konsum wird es künftig ermöglichen, so unsere Hypothese, dass überhaupt keine physischen Dinge mehr produziert und vertrieben werden müssten, um neue Mehrwerte, Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. Vermutlich sind bei 22 Modellen lediglich eine Hand voll Varianten notwendig und ein hoher Grad an Standardisierung völlig ausreichend. Denn die Individualisierung und der alltägliche Konsum hängen nunmehr von der Software ab.  

Deutschland ist das "Country of Things"

Wie kann das funktionieren? Deutschland ist das “Country of Things”. Wir produzieren und vertreiben jedes Jahr Millionen von Dinge. Insbesondere hochwertige Produkte, wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge, sind das Aushängeschild deutscher Ingenieurskunst. Aber die Wachstumsaussichten sind begrenzt. Die Märkte erfahren eine Sättigung. Notwendige Ressourcen werden knapper und die Konkurrenz (vor allem aus Asien) immer größer. Dementsprechend müssen neue Wege der Wertschöpfung eruiert werden.

Dabei hilft die zunehmende Vernetzung der Dinge. Immer mehr physische Produkte können künftig Daten über ihren Zustand senden und auf empfangene Signale reagieren. Ein Trend, der sich heute bereits in vielen Branchen und Industriezweigen etabliert hat. Kommunikationstechnologien wie 5G und LoRaWan werden dies zunehmend ermöglichen und vereinfachen. Sofort entsteht der Vorteil, dass neue Transparenz über den Zustand einzelner Dinge sowie ganzer Prozesse entsteht.

Zeitgleich muss die digitale Produktisierung stattfinden. Die Produktisierung kann vielfältige Facetten annehmen. Beispielsweise können die Daten vernetzter Dinge Rückschlüsse auf Optimierungspotenziale zulassen. Etwa wenn eine Maschine in der Produktion des Kunden kosten- und zeiteffizienter eingesetzt werden kann. Es entstehen Beratungs- oder Servicedienstleistungen und flexible, nutzungsabhängige Preismodelle können realisiert werden. 

Digitale Ökosysteme erlauben völlig neue Wertschöpfungsmöglichkeiten

Aber die Erschaffung einzelner, unabhängiger digitaler Angebote rund um physische Produkte wird nicht ausreichen. Es folgt die Integration der vernetzten Dinge in digitale Ökosysteme. Digitale Ökosysteme sind allerdings mehr als rein technische Plattformen. Sie entstehen durch die Interaktion verschiedener Akteure, sowohl technischer als auch menschlicher Natur. Die technische Plattform kann in diesem Zusammenhang die Orchestrierung der Interaktionen übernehmen. Zuerst werden Ökosysteme rund um die verschiedenen vernetzten Produkte eines Unternehmens entstehen. Anschließend werden sie sich über ganze Branchen und Industriezweige hinweg ausbreiten und so zu einer unternehmensübergreifenden Vernetzung führen. Teilweise können wir dies bereits heute beobachten. Doch alleine die Vernetzung vieler Dinge und die Interaktion verschiedener Akteure ergibt noch keine Mehrwerte.

Durch die Integration physischer Dinge in digitale Ökosysteme können völlig neuartige Produkte und Dienstleistungen entstehen. Streaming-Angebote, wie Netflix, besitzen bereits heute keine eigenen Ressourcen mehr. Genauso Mobilitätsdienstleister, wie Uber (keine eigenen Kfz), Reiseanbieter, wie AirBnB (keine eigenen Immobilien), oder Einzelhändler, wie Alibaba (keine eigenen Produkte). Sie alle bieten digitale Dienstleistungen unabhängig von der darunter liegenden “Hardware” an. Quasi eine Cloud-der-Dinge. 

Alte Stärken aufleben lassen, dank Digitalisierung

Diese Entwicklung ist  im vollen Gange und wird sich weiter fortsetzen. Immer mehr Unternehmen können zukünftig auf Basis der zunehmend vernetzten Infrastruktur virtuelle Produkte und Dienstleistungen anbieten. So können Mehrwerte generiert werden, sogar lange nachdem das eigentliche physische Produkt verkauft wurde. Die Konsequenz kann die Entkoppelung von physischen Ressourcen sein. Das ist gut für die Umwelt und für das Wirtschaftswachstum. Denn so kann neue Wertschöpfung entstehen und die Kernkompetenz der deutschen Industrie wieder zur Geltung kommen. Der Entwicklung und Produktion hochleistungsfähiger und langlebiger, vernetzter, physischer Dinge. Made in Germany.



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Dr. Sebastian Heger
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